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klicken Sie bitte hier . Frucht- und Kräutergeiste Der Unterschied zwischen echten (Edel- bzw. Qualitäts-) Bränden und Kräuter- bzw. Fruchtgeisten besteht darin, daß bei den Geisten die Kräuter bzw. die Früchte nich selbst vergoren sondern nur mazeriert und anschließend destilliert werden. Häufig erfolgt die Destillation auch im Dampfstrom, was günstiger für die Ausbeute ist. Die Geistherstellung wird bei Rohstoffen eingesetzt, die nicht selbst bzw. nur schwer vergärbar sind, weil deren Zuckergehalt zu niedrig ist. Viele Beeren bzw. Kräuter enthalten zudem gärungshemmende Substanzen als natürliche Konservierungsmittel. Z.T. haben Rohstoffe auch so ein leicht flüchtiges Aroma, das bei einer Gärung durch Ausspülen mit CO2 verloren ginge (Himbeeren). Ein weiterer Grund ist, dass die verwendeten Rohstoffe relativ teuer sein können. Geiste sind gewöhnlich klare Schnäpse ohne Zuckerzusatz. In der Regel wird zur Herstellung versteuerter Alkohol (Korn, Wodka oder Primasprit) verwendet,weshalb diese Art der Schnapsherstellung völlig legal sein sollte (länderspezifische Regelungen beachten!). Verfahren Die Rohstoffe werden mit neutralem Alkohol mazeriert. Für Geiste eignet sich daher nur geschmacksneutrale Spirituosen, wie z.B. Korn oder Wodka oder auch mit Wasser verdünnter Primasprit. Bei Kräutern sollte 38%iger Doppelkorn verwendet werden, da viele geschmacksbestimmende ätherische Öle sich besser in höherprozentigen Alkohol lösen. Auch Früchten werden mit 38%igem Korn oder Wodka verarbeitet, da sie Wasser enthalten und den Alkohol verünnen. Die Mazeration dauert normalerweise 24h bei Zimmertemperatur. Anschließend wird das Mazerat ungefiltert mit allen Bestandteilen in die Brennblase gegeben und langsam destilliert. Da hier schon Trinkalkohol verwendet wurde braucht nicht in Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf unterschieden werden. Destilliert wird solange bis das komplett aufgefangene Destillat 40% bei Fruchtgeisten bzw. 45-50% bei Kräutergeisten erreicht hat. Gerade bei Kräuter muß der Alkoholgehalt höher ausfallen. Diese trüben sonst ein, weil die ätherischen Öle zwar in Alkohol, aber nicht in Wasser löslich sind und schnell die Löslichkeitsgrenze überschritten ist (z.B. Ouzo bzw. Raki, die beim Zusatz von Wasser milchig trüb werden). Optimal zur Aromaschonung ist die Destillation im Dampfstrom. Eventuell bietet sich auch hier eine Brennblase aus einem Dampfentsafter gebaut an. Typische Geiste: Fruchtgeist: Himbeergeist, Wacholder (kannn aber auch mit eingemaischt werden, Gin, Genever), Brombeergeist Kräuter: Ouzo, Raki (beides Anisschnäpse), Aquavit (Kümmel), Enzian (kannn aber auch eingemaischt werden), Melissengeist, Franzbranntwein mit Aromen aus Latschenkiefern etc. Melissengeist Ein typischer bekannter Geist ist Melissengeist. Melissengeist, der in den Handel gebracht wird, darf lt. Gesetzt anscheinend nur aus Melisse hergestellt werden. Bei der Produktion für den Eigenbedarf kann man etwas kreativer sein. Man benötigt für den Melissengeist: 400 ml Klaren 32% 30 g getrocknete Zitronenmelisse 1 TL Angelikawurzel 1 TL Ingwer 5 Nelken 1 Stange Zimt 1 Msp. Kardamon 5 Wacholderbeeren 1 Msp. Muskatnuß Die grob vermahlenen Zutaten werden vermengt und ca. 12 Stunden mazeriert. Anschließend wird der Auszug destilliert. (Gefunden im Hobbytip Nr. 112) PS: ich wurde mal klugscheisserisch darauf hingewiesen, dass Melissengeist rechtlich gesehen nur dann Melissengeist ist, wenn dieser auch nur aus Melisse hergestellt wurde. Mag sein, aber hier handelt es sich um ein für die private Nutzung hergestelltes Gebräu. Und da kann man nach Lust und Laune irgendwelches Zeug reinwerfen! |