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Steigrohr / Geistrohr und Kühler

Der Kühler ist als Mantelrohrkühler ausgelegt.

Aus Bequemlichkeit und Kostenminimierung habe ich es vorgezogen, den Kühler und das Steigrohr / Geistrohr als eine Einheit zu konstruieren, was allerdings die Reinigungsarbeiten erschwert. Mit ein bisschen Geschick sollte sich aber auch eine besser zerlegbare Variante bauen lassen.

Da das Material Kupfer auch die Funktion eines Katalysators bzw. eines Absorbers besitzen soll, der schlechte Geschmacksstoffe reduziert und bindet, ist bei einer erwünschten hohen Trennung der Dampfkomponenten zu überlegen, ein Teil des Steigrohres mit einem grösseren Durchmesser auszulegen, der mit Kupferringen (kleingesägtes Kupferrohr) gefüllt wird. Das vergrößert die Oberfläche und damit den Umsatz. Nebenbei hat diese Konstruktion den Vorteil, das Wasser- und Alkoholdampf besser getrennt werden und das Destillat einen höheren Alkoholgehalt erreicht.
In der Chemie werden sogenannte Raschigringe bei der Füllkörperdestillation mit einer ähnlichen Geometrie und dem gleichen Effekt verwendet.

(Gilt nur, wenn man eine gute Trennung der einzelnen Dampfkomponenten erreichen will. Diese Maßnahmen reduzieren das Aroma!)

Das Steigrohr sollte größer sein als das Geistrohr, um zu große Druckdifferenzen zu vermeiden. Man muss bedenken, dass beim Abtrieb von  z.B. 10 Liter 10%iger Maische ca. 2 - 3m² Dampf produziert werden. Wird diese Menge innerhalb einer Stunde gebrannt, erreicht der Dampf im 22mm-Rohr eine Geschwindigkeit von ca. 2 m/s, teilweise sogar höher. Kleinere Rohrquerschnitte erhöhen noch mehr die Dampfgeschwindigheit und somit die Druckdifferenz, was nicht gerade zur Betriebssicherheit beiträgt. In dem Fall ist mit Verlusten zu rechnen, da der Dampf teilweise die Brennblase über undichte Stellen verlässt.
Bei klassischen Destillen kann man sehen dass dieser Umstand konstruktiv berücksichtigt wurde, indem der Querschnitt vom Helm bis zum Übergang Geistrohr - Kühler der Querschnitt der Dampfführung kontinuierlich verringert und auf strömungstechnisch ungünstige Knicke in der Dampfführung verzichtet wurde.
 

Vorarbeiten:

Das 22 mm-Rohr wird in ein 50 cm, fünf 5 cm und ein 1,25 m lange Stücke zersägt. Von dem 15 mm-Rohr wird ein ca. 5 cm langes Stück abgetrennt.
Bei den Lötarbeiten ist wegen der höheren chemischen Resistenz und geringeren Giftigkeit Hartlot zu bevorzugen.
 

Das Steigrohr / Geistrohr

Für das Steigrohr wird auf der einen Seite des 50 cm langen 22 mm-Rohres ein Schraubflansch angelötet. Dieses Ende ist für den Anschluß an den Kessel gedacht.
An die andere Seite kommt das T-Stück, das seitlich auf 15 mm reduziert. Hier wird das 5 cm lange 15 mm-Rohrstückt festgelötet.
An das andere 22 mm-Ende des T-Stückes wird ein 5 cm langes Stück Rohr mit Schraubflansch angebracht. Auf dieses Stück kann die Schraubkappe aufgeschraubt werden. Wird diese mit einer Bohrung versehen, kann dort ein Thermometer eingeführt werden.
Ich habe ein elektronisches Bratenthermometer von Conrad Elektronik, dessen Thermoelement in einem Edelstahlrohr eingeschlossen ist, was der Konstruktion eine sehr gute Stabilität und chemische Resistenz verleiht.
 


Der Kühler

Der Kühler kühlt um so effektiver, je länger er ausfällt, d.h. je länger, um so geringer ist der Wasserverbrauch. Weiterhin verläßt das Wasser einen längeren Kühler mit einer höheren Temperatur (idealerweise mit fast Dampftemperatur), das dann zum Aufheizen weiterer Maische verwendet werden kann (Kupferrohrspirale, die ins Maischefass versenkt werden kann) und somit den Energieeinsatz effektiver gestaltet und den Zeitaufwand weiterer Destillationen verkürzt. Nebenbei werden durch die Vorwärmung leichtflüchtige, negative Bestandteile reduziert.
Der Kühler sollte zudem in der Länge nicht unter einem Meter ausfallen, da sonst nicht mehr für ausreichenden Kontakt des Dampfes mit der Rohrwand gesorgt wäre. Nach meiner Erfahrung reichen 1 - 1,5 m für die Größe der Destille aber völlig aus.

Der Kühler wird nach seiner Fertigstellung mit dem Winkelstück an das seitlich aus dem Steigrohr herausgeführte 15 mm-Rohr angeschlossen.

Für den Kühler werden die beiden auflötbaren Kupferendkappen möglichst zentrisch mit 15 mm-Bohrungen versehen (genaue Anpassung an das 15 mm-Rohr) und diese auf jeweils einem 5 cm langem Stück 22mm-Rohr aufgelötet.
Die beiden anderen 5 cm-Stücke werden mit den Schraubflanschen versehen.
An das 1,25 m lange 22 mm-Rohr werden an beiden Enden diese T-Stücke angelötet. An die seitliche Abführung der T-Stücke kommen die Rohrstücke mit den Schraubflanschen; die Rohrstücke mit den aufgebohrten Endkappen bilden die axiale Verlängerung des Hauptrohres.
Durch die Bohrungen der Endkappen wird jetzt das 15 mm-Rohr in das 22-Rohr geschoben und mit den Endkappen dicht verlötet.
Das 15 mm-Rohr bildet das Kondensrohr, während das 22 mm-Rohr als Mantelrohr für die Kühlwasserführung dient.

An die Schraubflansche werden die Schlauchanschlüsse angeschraubt.


Kühleraufbau (schematisch):

Kühleraufbau

Durchführung des Kondensrohres (1) durch das wasserführende Mantelrohr (2)
Wasserzuführung (3, 5, 6), über (6) tritt das Wasser ein bzw. am anderen Ende des Kühlers wieder aus.
Das andere Ende des Kühlers ist spiegelbildlich aufgebaut.

1  15mm-Rohr (Kondensator)
2  22mm-Mantelrohr (Kühlwasserführung)
3  T-Stück
4  aufgelötete Endkappe mit 15mm-Bohrung als Durchführung
5  5cm-Stücke des 22-Rohres
6  Schraubflansch für die Kühlwasserzu- bzw. am anderen Ende für die Kühlwasserabfuhr


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Aktualisiert am 01.08.2008

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