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Glossar

Weitere Stichpunkte und Korrekturen nehme ich natürlich gerne entgegen. Das gilt vor allem für die englischen Übersetzungen.


 A   B   C    D   E   F   G   H     J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y    Z  


Begriff
Erklärung
Englisch



A


Abbrand
Bezeichnet den Prozess des Schnaps brennens bzw. der Destillation .

Absinth

thujon haltiger Kräuterschnaps auf Wermut- und Anisbasis
absinthe
Abtrieb
siehe Destillation

Acrolein


CH2CHCHO, Propenal, SP. 56,84°C
A. entsteht durch den bakteriellen Abbau von Glycerin . Riecht stechend, reizt Augen und Schleimhäute und ist stark krebserregend.

Siehe auch
Brennfehler , Fehlgärung 
acrolein


Acetaldehyd
auch Ethanal , Oxidationsprodukt von Ethanol . Gehört zur Gruppe der Alkanale
Zwischenprodukte des Hefe stoffwechsels. Der Gehalt soll zwischen 3 - 30 mg/l betragen. Hohe Hefegaben, warme Start- und Gärtemperaturen und geringe Belüftung sollen die Bildung begünstigen.
Sehr leicht flüchtig, ist daher gut mit dem Vorlauf abzutrennen. Bestandteil des typischen Vorlaufaromas.
acetaldehyde
Acetale
Sammelbezeichnung von Kondensationsprodukten aus Alkoholen und Aldehyden. A. sind wichtige Aromastoffe.

Aktivkohle
ist Kohle mit einer hohen inneren Oberfläche, d.h.1g der Aktivkohle kann eine mehrere Fußballfelder große innere Oberfläche aufweisen.
Aufgrund der großen inneren Oberfläche ist A. in der Lage, organische Verbindungen mittels der van-der-Waalschen Kräfte zu binden. Daher wird A. zur Erzeugung geschmacksneutraler Destillate ,  wie z.B. Wodka oder Primasprit, eingesetzt.
siehe auch Holzkohle
activated charcoal
Alkanale
Kohlenwasserstoffe mit der Endung -CHO; Oxidationsprodukte von Alkoholen , deren OH-Gruppe sich am Ende einer C-Kette befindet.

Alkohol


nach Paracelsus aus dem arabischen: "al ku hul"  oder "al-co-hue" - außergewöhnlich rein, feines Pulver oder  fein gemahlenes Glanzpulver für Augenschminke
Marcus Graecus nannte den Branntwein "aqua ardens" - brennendes Wasser.
Sammelbegriff von Kohlenwasserstoffen, die ein oder mehrere -OH-Gruppen als funktionelle Gruppe besitzen.
Im Volksmund wird unter A. der Trinkalkohol Ethanol verstanden.
Methanol und Glycerin sind auch  Alkohole ; Fuselöle sind ebenfalls i.d.R. höhere Alkohole.
Alkohole sind brennbar ( Explosionsgrenze ).
alcohol



Alkoholgehalt
Der A. gibt ie Menge des Alkohols in der Spirituose an. Die Angabe erfolgt im Handel in der Regel Volumenprozent (Vol-%) oder für das Zollamt in Gewichtsprozent (Gew-%).
Für den Handel ist die Angabe in Vol-% interessanter, da hier aufgrund der geringeren spezifischen Dichte des Ethanols die Werte höher ausfallen.
Tabellen hierzu wurden von Plato , Richter und Tralles entwickelt.
alcohol content
alkoholische Gärung
Siehe auch Gärung
alcoholic fermentation
Alkoholometer
siehe auch Aräometer
Üblich sind A. nach Richter und Tralles , wobei Tralles nach Volumenprozenten, Richter nach Gewichtsprozenten rechnet.

Alterung
siehe auch Reifen
Mehrwöchiges bis -monatiges Lagern des Destillates bei Zimmertemperatur und Luftzutritt. In dieser Zeit bauen sich schädliche Bestandteile im Feinbrand durch Veresterung und Oxidation ab und es entwickelt sich das erwünschte Aroma. Bei der A. wird durch Zusatz von Chemikalien (z.B. Silbernitrat!) und Luft einblasen versucht, die Prozesse des Reifens künstlich zu beschleunigen.
Im weiteren Sinne kann auch das Einfärben der Spirituose als A. angesehen werden, da viele Whiskyhersteller dem Whisky Zuckercoleur zumischen und damit eine längere Fasslagerung vorgaukeln. Ähnliches gilt für Rum.
maturation
mellowing
Amylasen
stärke abbauende Enzyme , sind wichtige Enzyme in der Kartoffel- und Kornbrennereitechnik
amylase
Anbrennen
führt zu Brennfehlern , da durch Überhitzung die Maische sich thermisch zersetzt und gesundheitlich bzw. geschmacklich schädliche Stoffe freisetzt.

angels share
Bezeichnung des durch Holzfasslagerung auftretenden Verlust von ca. 2% Ethanol, der durch die Poren des Holzes verdunstet.
angels share
Ansatzschnaps
auch Aufgesetzter oder Likör
Der A. wird nicht gebrannt . Die Früchte bzw. Kräuter werden beim A. mit geschmacksneutralem Alkohol (z.B. Wodka, Doppelkorn) und Zucker aufgesetzt. Häufig wird Invertzucker verwendet, der weniger zur Auskristallisation neigt.
Die Mengen sollten so bemessen sein, dass der Alkoholgehalt über 15 Vol-% liegt.

Aräometer
auch Messspindel oder Senkwaage
Mit dem A. kann nach dem archimedischen Prinzip die spezifische Dichte einer Flüssigkeit bzw. eines Gemisches bestimmt werden.
Beim Alkoholometer kann so der Alkoholgehalt ermittelt werden. Mostwaagen ermitteln so den Zucker gehalt.
A. sind auf eine bestimmte Temperatur geeicht und der gemessene jeweilige Gehalt muss bei Abweichung der Temperatur mit Korrekturfaktoren entsprechend neu berechnet werden.


Aroma
Sammelbezeichnung aller Stoffe, die den Geruch und Geschmack ausmachen. Es kann in Primär -, Sekundär -, Gär -, Brenn - und Lageraromen unterschieden werden.
aroma
Äthylalkohol
siehe Ethanol
ethanol
Aufgesetzter
siehe Ansatzschnaps , Likör

Aufspritten
A. bedeutet Zugabe von Ethanol zur Maische , um die Gärung zu stoppen, die vergorene Maische haltbarer zu machen und/oder den Alkoholgehalt zu steigern. Üblich ist das A. bei Portwein, Sherry und Dessertweinen.
Aber auch bekannte Weinbrandhersteller verwenden aufgesprittete Rohstoff.

azeotropes Gemisch





Liegt bei einem bestimmten Mischungsverhältnis der Siedepunkt der Mischung unter den Siedepunkten der beiden Reinstoffen und besitzt die Dampfphase die gleiche Zusammensetzung wie die Flüssigphase, so lassen sich diese durch eine Destillation nicht vollständig trennen. Diese Mischung azeotrop und weist immer einen konstanten Siedepunkt und ein konstantes Mischungsverhältnis auf! Eine weitere Trennung ist nur noch auf chemischen oder anderem Wege zu trennen.
Bei dem Ethanol -Wasser-Gemisch liegt das a.G. bei ca. 96% Ethanol und 4% Wasser  mit einem Siedepunkt von 78,15°C vor.


azeotropes mixture








  B


batch-Betrieb
periodischer Betrieb einer Destille , d.h. befüllen, brennen und anschließend entleeren; Gegenteil zum kontinuierlichen Betrieb einer modernen Groß brennerei , bei denen das frische Material kontinuierlich eingebracht und die Schlempe kontinuierlich ausgebracht werden.
Der Batch-Betrieb ist die übliche Verfahrensweise bei Klein brennereien wie der hier beschriebenen.

Bier
Alkoholhaltiges Getränk aus gemälztem Getreide mit Hopfenzusatz. In der Whikyproduktion wird die vergorene Getreide maische auch "beer" genannt.
beer
Bottich
Beim Bottich handelt es sich im Gegensatz zur Pfanne um ein nicht beheizbares Gefäß. Hier erfolgt in der Regel die Läuterung, Trennung und Gärung.
tank
Brand
auch Destillat bzw. Branntwein
In Österreich bedeutet die Bezeichnung Brand ein Produkt aus 100% Frucht, bei dem aus 100 kg Frucht nicht mehr als 20 Liter reiner Ethanol gewonnen werden. Der Brand gilt als qualitativ hochwertigste Spirituose.
brandy
Branntwein
auch Destillat bzw. Brand , mind. 32 Raumhundertteile Ethanol   
Spiritus , Weingeist
brandy
Brennanlage
siehe Destille
still
Brennaroma
Aromen , die durch thermische Prozesse während des Brennens entstehen.
flavour
Brennblase




Kessel bzw. Kochgefäß
Teil der   Destille , in dem die Maische zum Sieden erhitzt wird. Die Brennblase kann einwandig gebaut sein; bei höherwertigen Destillen wird sie doppelwandig zur Wasserbad- bzw. Wasserdampfbeheizung ausgeführt, womit die Maische schonender destilliert werden kann.

vessel
boiler

Brennen
siehe Destillation
distill
Brennerei
volkstümliche Bezeichnung einer gewerbsmäßigen Destillerie    destillery
Brennfehler
Häufige Brennfehler sind der Essigstich , Buttersäurestich , Acroleinstich , Metallgeschmack und Eintrübungen , Anbrennen der Maische . Es gibt zwar Arbeitsanweisungen, die eine Reduzierung von Brennfehlern ermöglichen, wenn diese aufgetreten sind. Es lässt sich aber ein missratenes Destillat so nie noch zu einem Edelbrand umwandeln. Durch nochmaliges Brennen und Einsatz von Aktivkohle und anderer Chemikalien kann man den im Destillat befindlichen Ethanol retten, in dem man ihn zumindest noch zu Primasprit verarbeitet.

Brenngut
noch nicht abdestilliertes Material in der Brennblase .

Brix
International gebräuchliches Maß für das Mostgewicht.

Bukett
Summe aller Aromen , die den Charakter eines Weines oder Brandes ausmachen.

Buttersäurestich

entsteht bei der Gärung wenn die Maische mit Buttersäurebakterien infiziert wurde. Kann eventuell mit überstöchiometrisch zugesetzter Kalilauge (KOH) und anschließender nochmaliger Destillation entfernt werden.
Brennfehler
butter acid
 



  C





  D


Dampfrohr
leitet den Dampf in die Verstärkeranlage , sofern diese nicht direkt auf der Brennblase aufgesetzt ist.

Dampfwiderstand
Unter Dampfwiderstand versteht man in der Brennereitechnologie das Verstärkung sverhältniss von Rektifizierböden und anderen Verstärkeranlagen . Der Begriff ist leider etwas unglücklich gewählt, da es korrekterweise eher um den Stoffaustauschwiderstand für den Stofftransport in der Dampfphase und in der Flüssigkeitsphase geht und leich mit dem Strömungswiderstand, der u.U. auch nicht zu vernachlässigen ist, verwechselt werden kann, falls die Terminologie nich allen beteiligten bekannt ist.
Je höher der Dampfwiderstand einer Destille ist, um so reiner ist das damit hergestellte Destillat.

Depflegmator
eine Art aktiv gekühlter Rückflusskühler , der den Alkoholgehalt des Dampfes verstärkt .

Dessertwein
Wein mit mind. 13 Vol-% Alkoholgehalt und deutlicher Restsüße. Wird häufig durch Aufspritten erreicht.
Portwein, Sherry etc.

  Destillat
Das D. ist dasProdukt der Destillation . Es handelt sich um des im Kühler kondensierten Dampf.
destillate
(new make, new spirit)
  Destillation

thermisch-physikalisches Verfahren zur Trennung von Stoffen mit unterschiedlichen Siedepunkten , auch Abtrieb genannt.
Das Gemisch wird erhitzt und die einzelnen Komponenten verdampfen in für sie typischen Temperaturintervallen und schlagen sich durch Kondensation separat in einem Kühler nieder.
destillation




  Destille





Apparatur, mit der der Prozess einer Destillation durchgeführt werden kann. Einfache D. bestehen nur aus einem Kessel, der Brennblase , als Kochgefäß und einem Kühler (pot still); bessere D. besitzen eine doppelwandige Brennblase , einen Helm , Glocken und eventuell Rührvorrichtungen, die ein Anbrennen der Maische verhindern.
Die Geometrie der Destille beeinflusst den Geschmack des Destillates .
Hauptsächlich verwendete Materialien sind Kupfer und/oder Edelstahl . In der Obstbrennerei kommen auch Borosilikatgläser zum Einsatz.
still,
pot still




Destillerie
siehe Brennerei
destillery
Diabetikerwein
Wein getränk mit weniger als 4g Zucker pro Liter und höchstens 12 Vol-% Alkoholgehalt (94g/l). Die Gesamtsäure soll nicht 8g/l überschreiten, damit der Wein noch einigermaßen genießbar bleibt.




E


Edelbrand
Bezeichnung für einen aus der reinen vergorenen Frucht gewonnenen qualitätiv hochwertigen Brand . Auch Qualitätsbrand

Edelstahl






E. ist heute in der Brenntechnik nicht mehr wegzudenken. E. ist relativ günstig, gut zu verarbeiten und ist auch mechanisch äußerst robust. Seine lebensmittelchemischen Eigenschaften sind hervorragend. Die Vorteile überwiegen gegenüber dem Nachteil zu Kupfer , das Schwefelverbindungen  und  andere gesundheitlich bzw. geschmacklich schädliche Bestandteile neutralisieren soll, da man mit heutigen Techniken schädliche Bestandteile auf anderem Wege vermeiden bzw. vermindern kann.
Edelstahl weist zu Kupfer allerdings eine deutlich geringere Wärmeleitung auf, weshalb Edelstahl Kupfer nicht aus der Brennerei verdrängen wird.
In der Wein produktion und bei Lagerbehältern hat Edelstahl vor allem in der industrialisierten Produktion allen anderen Materialien weitgehend den Rang abgelaufen.
high-grade steel
stainless steel






Emulsionslikör
Likör aus zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten. In der Regel handelt es sich um Wasser-Fett-Emulsionen, wobei die Fett-Phase als Tröpfchen fein verteilt in der Wasser-Phase vorliegt. Eine möglichst feine Verteilung der Tröpfchen und der Zusatz aus oberflächenaktiven Substanzen wie z.B. Lecithin stabilisiert die Emulsion.
Beispiele für Emulsionsliköre sind Eierlikör und Liköre mit Zusatz von Sahne.

Eintrübung


E. werden von ätherischen Ölen, aber auch von nicht löslichen Salzen hervorgerufen werden, deren Löslichkeitsprodukt überschritten wurde. Entfernen kann man sie durch Filtern bzw. abstehen lassen. siehe auch  Brennfehler
clouding


Enzyme
Enzyme spielen bei der Gärung eine wichtige Rolle. Enzyme sind biologische Katalysatoren, die von Lebewesen für das Ablaufen und Steuerung der lebensnotwendigen chemischen Prozesse benutzt werden. Zucker z.B. wird bei der Gärung enzymatisch zu Ethanol abgebaut; Stärke wird durch Amylasen enzymatisch zu Zucker umgesetzt. Ein in der Brennereitechnologie wichtiger enzymatischer Prozess ist die Abspaltung von Methanol direkt nach dem Maischen aus  Pektin .

Essigsäure
CH3COOH, Ethansäure
Essigsäure ist ein Oxidationsprodukt von Acetaldehyd und ensteht durch die durch Essigsäurebakterien hervorgerufene Essiggärung.
Essigsäure im Brand führt zum Essigstich und stellt einen Brennfehler dar.
vinegar
Essigstich


entsteht bei der Gärung wenn die Maische mit Essigbakterien infiziert wurde (Essigfliegen). Der Essigstich kann in leichten Fällen mit MgO, in schwereren Fällen mit CaCO3 behandelt werden.
Brennfehler



Ester


E. sind Verbindungen aus Alkoholen und Säuren , bei denen die funktionellen Gruppen sich unter Abspaltung von Wasser verbunden haben. E. riechen in der Regel sehr aromatisch und tragen zum sortentypischen Aroma vieler Schnäpse bei. Sie bilden sich häufig während der Alterung bzw. des Reifens .
ester
Ethanal
siehe Acetaldehyd

Ethanol
Allgemein bekannt als "der" Alkohol bzw. Trinkalkohol. Summenformel C2H4OH
auch Weingeist , Branntwein , Spiritus und Äthylalkohol
ethanol
Ethylcarbamat




auch Urethan bzw. Carbamidsäureethylester, Grenzwert < 0,4 mg/l
E. gilt als genotoxisch und krebserregend.
Ensteht aus Blausäure und deren Verbindungen durch lichtinduzierte Veresterung mit Ethanol . Um E. zu vermeiden bzw. gering zu halten, sollten die Steine entfernt bzw. nicht beschädigt werden. Blausäure entsteht bei der enzymatischen Spaltung des in den Steinen von Obst enthaltenen Amygdalins und gelangt vorwiegend durch beschädigte Steine in die Maische . Aber auch eine lange Maischelagerung lässt Blausäure anreichern.
Ein Kupfer katalysator (Füllkörperdestillation, große Oberfläche mit blankem Kupfer) reduziert deutlich die E.-Menge.
Weiterhin sollte zur Reduzierung von E. der gesammelte Nachlauf nicht zukünftigen Abtrieben zugesetzt werden. Bei Steinobst sollte die Nachlaufabtrennung ab 50 Vol-% erfolgen.
Die Maische sollte zügig nach Beendigung der Gärung abgebrannt werden, damit Cyanidverbindungen nicht zusätzlich Zeit gegeben wird, aus den Kernen hianaus zu diffundieren.





Explosionsrenze
Die Explosionsgrenze gibt den Mischungsbereich an, in dem ein Luft-Gas-Gemisch zündfähig und somit explosionsgefählich ist. Die benötigte Mindestmenge an Gas für ein zündfähiges Gemisch gibt die untere, die maximale Menge die obere Explosionsgrenze an.
Ethanoldampf -Luft-Gemische sind im Bereich von 3,1 Vol-% (=60 g/m3, untere Explosionsgrenze) bis  19 Vol-% (=370 g/m3, obere Explosionsgrenze) zündfähig. Der Flammpunkt von 95 Gew-%igem Spiritus liegt bei  16°C, 70 %iger brennt ab 21°C.




F


Fass
Beim Fass handelt es sich in der Regel um einen Behälter aus Holz.
Verwendet werden vorwiegend Hölzer der Limusineiche. Aber auch andere Bäume wie Esche, Kirsche, Maulbeer und Akazie müssen für die Abrundung des Geschmackes herhalten.

Fasslagerung
Viele Spirituosen , wie Whisky, Rum, Arrak, Calvados, Cognac etc., entwickeln ihr typisches Aroma erst bei der Fasslagerung. Der Brand laugt das Holz aus und durch die Poren diffundiert Sauerstoff in  das Lagergut ein. Dadurch werden aromabildende Prozesse ausgelöst, die der Alterung ähnlich sind. In der Regel führt die Holzfasslagerung zu einem leichten Verlust von Ethanol, dem dogenannten Angels Share.

Z.T. werden spezielle Anforderungen an das Fass gestellt: Viele Whiskyhersteller bevorzugen gebrauchte Fässer aus der Wein-, Sherry- oder Portweinproduktion, die schon stark ausgelaugt sind. Einige Rumhersteller verwenden von der Whiskyproduktion ausgelaugte Fässer, die für Whisky nicht mehr brauchbar sind etc.
Andere Fässer werden vor der Nutzung innen leicht ausgebrannt, das sogenannte Toasting, wobei karamellisations- und maillardreaktionsartige Prozesse ablaufen, die für bestimmte Aromen verantwortlich sind.

Fehlgärung
Eine Fehlgärung tritt auf, wenn die Gärung verzögert eintritt und Fremdorganismen (Milchsäurebakterien, Essigbakterien, Kahmhefen, Pilze etc.) eine Weile Überhand gewinnen. Dieses führt zu einer Anreicherung unerwünschter Aromen, die sich auch im Brand bemerkbar machen.
Eine Fehlgärung wird durch die Verwendung von Reinzuchthefen deutlich verringert.

Feinbrand






Der Feinbrand macht aus dem Raubrand das qualitativ hochwertige Destillat . Der Alkoholgehalt wird erhöht und die negativen (Geschmacks-) Stoffe werden durch Fraktionierung in Vor -, Mittel - und Nachlauf abgetrennt. Die Kunst des Brennens besteht darin, diese drei Fraktionen optimal zu trennen. Neben guter Technik und Ausstattung ist hier vor allem eine gute Erfahrung wichtig, da die Umschaltpunkte durch permanente Überwachung durch Verkostung ermittelt werden.
Ein zu frühes bzw. zu spätes Umschalten verringert die Ausbeute oder kann schlimmstenfalls den Brand negativ beeinflussen.

re-destill




Fruchtwein
Wein ähnliche Erzeugnisse durch Gärung aus Beeren und anderen Früchten. Met (Honig), Malz - und Kräuterweine sind im weiteren Sinne auch zu den Fruchtweinen zu zählen.

Fusel
Fuselöle
Sammelbegriff für höhere Alkohole und andere Kohlenwasserstoffe, die zum Teil für die üblen Nachwirkungen eines Zechgelages verantwortlich sind ( Kater ). Sie Tragen aber auch in einem nicht unerheblichen Maße zum Geschmack eines Schnapses bei, daher dürfen sie nicht vollständig abgetrennt werden.
Da sie nur eine geringe Wasserlöslichkeit besitzen, zeigt sich ein Ansteigen des Gehaltes an Fuselölen im Destillat durch eine leichte Eintrübung.
Sie sollen Produkte des Aminosäureabbaus sein. Fuselöle sieden im Bereich von 80 - 160°C.
Mit über 50% ist die vorherrschende Fuselölkomponente das 3-Methyl-1-Butanol.
2-Methyl-1-Butanol und 2-Methyl-1-Propanol sind weitere Hauptkomponenten der Fuselöle.

Typische Fuselöle:

Fuselöl
Formel
Siedepunkt °C
n-Propylalkohol
C3H7OH
97,2
Isobutylalkohol
C4H9OH
108,1
n-Butylalkohol
C4H9OH
118,0
Amylalkohol
C5H11OH
128,9
Isoamylalkohol
C5H11OH
132,0




Die gebildete Menge soll zwischen 60 und 150mg/l liegen und eine gewisse Parallelität zur Menge Ethanol besitzen. Bei (Bier-) Würzen sollen obergärige Hefen mehr bilden als untergärige. Eine gute Aminosäurenausstattung söll der F.-Bildung etwas entgegenwirken.





G


Gäraroma
Gäraromen werden von den jeweiligen Reinzuchtheferassen gebildet und tragen zum spezifischen Bukett eines Weines bei.

Gärbukett
siehe Gäraroma   

Gärung
Prozeß, bei dem Mikroorganismen, die sog. Hefen , enzymatisch Zucker zu Ethanol und CO2 abbauen.
fermentation



Gegenstromprinzip
Das Gegenstromprinzip ermöglicht eine optimale Kühlung und Kondensation , da Dampf und Kühlwasser im Kühler in entgegengesetzten Richtungen strömen. Das Destillat erreicht am Ende des Kühlers dadurch idealerweise die Anfangstemperatur des Kühlwassers, wodurch eine optimale Schonung des Aromas gewährleistet wird.
In Verstärkern , wie Helm und Depflegmatoren , wird auch ein Gegenstromprinzip angewendet. Dampf und Kondensat strömen in den jeweiligen Verstärkereinrichtungen entgegengesetzt, so dass durch Ausbildung thermischer Gleichgewichte sich im Dampf die leichter flüchtigen Bestandteile anreichern, während die schwerer flüchtigen in die Brennblase zurücktropfen.

Geist
Beim Geist werden die Früchte und Kräuter nicht selbst vergoren , sondern mit geschmacksneutralem Alkohol versetzt und destilliert . Geiste werden vor allem aus aromatischen Früchten (z.B. Himbeeren) und Kräutern hergestellt, die sich schlecht vergären lassen, da sie zu wenig Zucker oder sogar gärungshemmende Stoffe enthalten, und das Aroma eventuell während der Gärung verloren geht.

Geistrohr
siehe Steigrohr , in der Regel wird der abfallende Teil des Verbindungsstückes Brennblase - Kühler Geistrohr bezeichnet.
lyne arm
Glocke
Teil der Destille , in dem sich der Dampf sammelt und im Gegenstromprinzip den Alkoholgehalt des Dampfes erhöht. Ist der Brennblase im Verstärker nachgeschaltet.

Glukose
vergärbares Monosaccharid, Zucker

Glukosesirup
Glukosehaltiger Sirup, der in der Lebensmittelbranche häufig verwendet wird. Ist für den Heimbedarf schlecht zu beschaffen, weshalb man auf Invertzucker zurückgreifen sollte.

Glycerin
Im deutschen Sprachraum verwendeter Trivialname von Glycerol (Propantriol)

Glycerol
CH2OHCHOHCH2OH, auch Glycerin bzw Propantriol
Süßlich schmeckender höherer Alkohol . Trägt nicht unwesentlich zum Geschmack eines Weines bei und wird in der Technik und auch zum Hefe einfrieren als Frostschutzmittel verwendet.
Verwendung auch in der Likörbereitung, wo der Zusatz den Likör "geschmeidiger" macht.




H


Hefe


H. sind Mikroorganismen, die zu den Pilzen gezählt werden. Sie bauen bei der Gärung einfache Zucker zu Ethanol ab.
Zur Wein- und Schnapsherstellung empfiehlt sich die Verwendung von Reinzuchthefen .
yeast
Heizung
erhitzt das Brenngut in der Brennblase . Traditionelle Heizung basiert auf Holzfeuerung; moderne Großdestillen heizen aus Kostengründen in der Regel mit Öl oder Gas, für den Kleinbrenner bietet sich wegen der einfachen technischen Realisierbarkeit und Regelbarkeit der Betrieb mit elektrischen Strom an.
heater
Helm







auch Hut  
Aufsatz, der direkt an die Brennblase anschließt. Zum einen verringert der H. die Gefahr, dass schäumende Maische in das Steigrohr und in den Kühler gelangen; zum anderen verlangsamt er die Dampfgeschwindigkeit, so dass dieser dort etwas abkühlen kann und die höher siedenden Bestandteile dort  kondensieren und wieder in die Brennblase zurücktropfen. Das Gleichgewicht in der Dampfphase verschiebt sich etwas in die Richtung Ethanol . Man erziellt dadurch ein Destillat mit einem etwas höherem Ethanolgehalt und wegen der besseren Trennung einen geringeren Gehalt an unerwünschten Nebenrprodukten wie z.B. Fuselöle . Der H. ist damit als einfache Verstärkungseinrichtung anzusehen, der die Qualität des Brandes angeblich in nicht unerheblichen Maße beeinflussen soll.

Meiner Meinung nach ist seine wichtigste Aufgabe, wie schon erwähnt, als Schaumsammler zu dienen. Beim Brennen entstehen so große Dampfmengen, dass diese unbeeindruckt den Helm passieren ohne dass sich Gleichgewichte einstellen. Alle anderen zugeschriebenen Wirkungen sind wohl eher in den Bereich Alchemie zu verweisen, wo man den Zusammenhang zwischen Dampfkonzentration, Kühlung etc. noch nicht kannte.
helmet







Holzkohle
Früher, z.T. auch heute kommt Holzkohle als Filtermaterial zum Einsatz. Im Vergleich zur Aktivkohle ist H. nicht ganz so effektiv. Holzkohlefilter werden bei Tennessee-Whiskey und z.T. auch in der Rum- und Wodkaherstellung zum Filtern verwendet (mellowing ), wo die Verkokungsrückstände dem Destillat eine besondere Note geben sollen.
Wodka erreicht durch H. eine gute Geschmacksneutralität.
coal
charcoal
Hut
siehe Helm
hat



I


Invertzucker
Spezieller Zuckersirup, der durch Kochen von normalem Industrie- bzw. Haushaltszucker mit Wasser- und Säurezusatz hergestellt wird. Die Säure besitzt hier eine katalytische Wirkung, indem sie den Zucker spaltet, der dann eine Sirup-artige Konsistenz annimmt und weniger zum Auskristallisieren neigt. Die Säure verbraucht sich nicht bei diesem Vorgang. I. wird zur Likörherstellung benötigt. I. kennt man wahrscheinlich noch als Kunsthonig aus dem Chemieunterricht.
In der Lebensmitteltechnik kommt anstelle von Invertzucker in der Regel Glukosesirup zur Anwendung.




J





K


Kater
Volkstümliche Bezeichnung für die Folgen eines Zechgelages. Der Kater ist zum einen eine Nachwirkungen einer Alkoholvergiftung. Weiterhin tragen die Fuselöle nicht unwesentlich zum Unwohlsein bei.

Eine weitere Erklärung für den Kater am nächsten Morgen ist der Methanol gehalt der geistigen Getränke, der erst dann zu Formaldehyd und Ameisensäure abgebaut wird, nachdem der Trinkalkohol von der Leber vernichtet wurde. Methanol und Ethanol werden von den gleichen Enzymen in der Leber abgebaut; der hohe Ethanolspiegel verhindert jedoch den gleichzeitigen Abbau des Methanols . Dieser wird über Urin ausgeschieden oder - bei größeren Mengen - erst später umgewandelt. Unterstützt wird diese Erklärung durch die Beobachtung, dass der Kater am Morgen danach ebenfalls mit geistigen Getränken behandelt werden kann, die den Methanolabbau weiter behindern. So bekommt dieser Gelegenheit, direkt ohne üble Nachwirkung ausgeschieden zu werden. 4-Methylpyrazol hemmt den Methanolabbau und eliminiert auch die Katersymptome; ebenfalls ein Hinweis, dass Methanol nicht unwesentlich am Kater beteiligt ist.
Ethanol wird deshalb auch bei Methanol -, Glycol- und anderen Alkoholvergiftungen als Gegengift eingesetzt.

Der Nachdurst am Morgen danach weist auch auf einen aus dem Gleichgewicht geratenen Wasserhaushalt des Körpers, was sich auf die Durchblutung im Gehirn auswirkt und auch Kopfschmerzen bereitet. Bei der Flüssigkeitsbilanz des menschlichen Körpers werden alkoholische Getränke nicht berücksichtigt, da diese entwässernd wirken.
hangover
Klosterneuburger Mostwaage
(KMW)
Die Klosterneuburger Mostwaage zeigt den prozentualen Zucker anteil im Most an. 1 Grad KMW entspricht 4,98 Grad Oechsle .

Kondensation
Die K. bezeichnet den Übergang der Dampfphase in den flüssigen Zustand und findet bei der Destillation im Kühler statt.
K. bezeichnet auch die Esterbildung aus Alkoholen und Säuren bzw. Acetalbildung .
condensation
Kondensationsrohr
Rohrförmiges Teil des Kühlers , in dem der Dampf kondensiert .
condensation core
Kühler



Der Kühler ist der Teil einer Destille , in dem das Dampfgemisch kondensiert . Einfachste Verianten sind nur luftgekühlt, modernere sind doppelwandig und mit Wasser im Gegenstromprinzip wesentlich effektiver in der Kühlung. Im inneren Rohr kondensiert der Dampf ( Kondensationsrohr ); das äußere Rohr führt das Kühlwasser i.d.R. im Gegenstromprinzip .
Man unterscheidet die Bauformen Rohrkühler , Schlangenkühler und Tellerkühler .
condensor
Kupfer


Beliebtes Material für Destillen .
Soll Schwefelverbindungen während der Destillation binden und damit die Qualität des Brandes erhöhen. Weiterhin wirkt Kupfer als Katalysator, da es schädliche Bestandteile wie Alkanale aufoxidieren oder anderweitig entfernen kann. Die Bildung von Ethylcarbamat wird reduziert, da Cu vermutlich den Ausgangsstoff Blausäure in Form einer Komplexverbindung in der Schlempe bindet.
 
copper



L


Lageraroma
Aromen , die sich bei der Lagerung bilden. Wird in der Brenntechnologie auch Alterung bezeichnet.

Lauer
andere Bezeichnung für Trester bzw. Treber

Likör
auch Ansatzschnaps oder Aufgesetzter

Lutter
siehe auch Rau - bzw. Rohbrand
low wine



  M


Mälzen
Aufschluss der Kartoffel- oder Getreide stärke .

  Maische

Als Maische wird der vergärbare, gärende bzw. vergorene Fruchtbrei bezeichnet.

Es wird unterschieden in:
Bezeichnung
Zustand
süße Maische
frisch hergestellte Maische, noch ohne Hefe -Zusatz
frische Maische
auch gärende Maische,
entsteht aus der süßen nach Zugabe des Hefe gutes (Ansatzhefe , etwas sterilisierte süße Maische, die mit Hefe versetzt wurde)
reife Maische
auch vergorene Maische,
hier sollten die vergärbaren Zucker weitgehend abgebaut sein, Kontrolle erfolgt u.a. über die Dichte mit einer Messspindel oder  Jodprobe.

beer
mash
mesh
wash
distiller´s beer
(sour mash)
Maischen
Verarbeitung der Früchte bzw. Rohstoffe durch Pressen und Mahlen zu Maische .
In der Kartoffel- und Kornbrennerei wird damit der geschrotete, mit Wasser versetzte und mit Amylasen aufgeschlossene Getreide- bzw. Kartoffelbrei bezeichnet.

Malz
Gekeimtes Getreide, dessen Stärke durch das Mälzen zu vergärbarem Zucker aufgeschlossen wurde. Malz wird zu Bier , Korn oder Whisky weiterverarbeitet.
malt
Mälzen
Prozess, bei dem die Getreide stärke zu Zucker aufgeschlossen wird. Stärkeabbauende Amylasen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Mantelkühler
Einfacher Rohrkühler besteht aus zwei ineinander geschobenen Röhren. Das äußere ist mit Kühlwasser durchflossen, das innere ist das Kondensationsrohr .
jacked core condensor
Mercaptan



Schwefelverbindung
Mercaptane sind organische Schwefel verbindungen mit der funktionellen Gruppe -SH. Sie zeichnen sich durch üble Gerüche aus. Der Name weist auf die Fähigkeit hin, Quecksilber (Mercurium - daher der Name) zu binden.

Messspindel
andere Bezeichnung für Aräometer  

Metallgeschmack

ergibt sich durch Metallsalze, die sich aufgrund beschädigter Lagergefäße oder Brennanlagen bzw. unzureichender Reinigung im Destillat anreichern. Erneute Destillation sollte den Brennfehler beseitigen.
Bei Verwendung moderner Materialien, wie Glas, Edelstahl oder lebensmittelechte Kunsstoffe sollten negative Einflüsse nicht mehr auftreten.

Methanol

Der einfachste Alkohol aus der Reihe der Alkanole.
Summenformel CH3OH
Methanol selbst ist relativ ungiftig. Jedoch wirken seine Abbauprodukte auf den Organismus giftig und können zur Acidose, Erblindung und bis zum Tod führen.
Methanol erlangt immer wieder einen traurigen Bekanntheitsgrad, da er oft zum Strecken von Trinkalkohol verwendet wird und zu Todesfällen führt.
Weiterhin kann er sich bei einer unsachgemäßen Brandwein herstellung im Destillat anreichern.
Methanol entsteht nicht wie so häufig behauptet durch die Gärung durch Reinzuchthefen und auch nicht durch eine falsche Temperaturführung während der Destillation , sondern wird durch den Abbau methylierter Stoffe, wie z.B. Pektin   freigesetzt. Auch  Stärke , Lignin und Cellulose sollen einigen Quellen zufolge methyliert sein. Es ist allerdings auch nicht auszuschließen, dass es andere Mikroorganismen gibt, die im Falle einer Infektion der Maische Methanol erzeugen.

Obstbrände enthalten somit im Durchschnitt ca. 1% Methanol , Trester - und Enzianbrände bis 3 %. Je reifer das verwendete Obst ist, um so geringer fällt der relative Gehalt an Methanol aus, da der Gehalt der methylierten Stoffe in Relation zum vergärbaren Zucker bei Vollreife niedriger ausfällt.

In der Getreide- und Kartoffelbrennerei und im Brauwesen wird Methanol nach der mir vorliegenden Literatur als unwesentlicher Bestandteil abgehandelt.

Produkt
Vorgeschriebener Methanolgehalt in mg/100cm³
Primasprit
120
extrafein filtrierter Sprit
100
entwässerter Branntwein
10
vorgeschriebene Methanolgehalte nach den Beschaffenheitsbedingungen der Bundesmonopolverwaltung

In der EU werden die zulässigen Methanolgehalte für Obstbrände aus Pflaumen, Mirabellen, Zwetschgen, Äpfel und Birnen von bisher 1.500 g/hl r.A. auf 1.350 g ab dem 01.01.1998 und auf 1.200 g/hl r.A. ab dem 01.01.2000 abgesenkt. Ausgenommen ist Williams, für den auch über den 01.01.2000 hinaus ein Grenzwert von 1.350 g/hl r.A. gilt, da hier aufgrund des besonders aroma schonenden Verfahrens die Vorläufe ebenfalls der Maische zugesetzt werden müssen..

methanol
Mittellauf
Der Mittellauf ist das erwünschte Produkt des Feinbrandes . Durch ständiger Geschmackskontrolle (z.B. Fingertest) wird der Zeitpunkt ermittelt, bei dem vom Vorlauf zum Mittellauf umgeschaltet werden muss. Wichtig ist hier ein langsamer und gleichmäßiger Abbrand . Die Stärke beträgt 60 - 80 Vol-%.
middle cut
hearts
Moonshining
Angloamerikanische Bezeichnung für illegales Schnapsbrennen . Das Schwarzbrennen fand vorwiegend nachts bei Mondschein, daher der Name, statt.
moonshining
Most
Süddeutsche Bezeichnung von Obstwein aus Äpfel und Birnen.

Mostgewicht
Das Mostgewicht gibt den Dichteunterschied eines Mostes zu Wasser an. Aus dem Dichteunterschied kann der Gehalt an vergärbarem Zucker abgeschätzt werden. Die Bestimmung erfolgt mit einer Mostwaage .
Das Mostgewicht wird in Deutschland in der Regel in Oechlegraden , in Österreich in °KMW und international in Brix angegeben.


Mostwaage
siehe Aräometer




N


Nachlauf
Der Nachlauf weist noch einen Alkoholgehalt von ca. 15 - 25 Vol-% auf und enthält unerwünschte Substanzen wie Fuselöle , Fettsäuren und Ester .
Er hat keinen Einfluss mehr auf die Qualität des Brandes .
Je nach Rohstoff und geforderter Qualität wird der Nachlauf vor folgenden Raubränden der Maische zugesetzt (nicht vor der Gärung !), um die Alkoholausbeute zu erhöhen (Williams).

In Großbrennereien wird der Nachlauf häufig soweit abgetrieben bis der Alkoholgehalt der Schlempe deutlich < 1% liegt. Das hat eher was mit der Weiterverarbeitung/Entsorgung der Schlempe zu tun als mit einem möglichst hohen Wirkungsgrad bei der Alkoholproduktion.
feints
tail
backing
Nebenprodukte








O


Obstwein
Im engeren Sinne handelt es sich bei den Obstweinen um Wein aus Äpfel bzw. Birnen. Im Süddeutschen spricht man auch von Most oder im hessischen von Äppelwoi.

Oechslegrad
Definiert wird 1 Grad Oechsle als die Gewichtserhöhung von 1000 ml Most um 1 Gramm.
Der O. gibt den Zucker gehalt eines Mostes an, da das Mostgewicht vorwiegend vom Gehalt an Monosacchariden abhängig ist. Mit ihm kann man den Reifegrad überwachen.
Der O. wird mit einer Oechslewaage (Mostwaage) bestimmt.

off-flavor
Off-Flavour bezeichnet artfremde, nicht charakteristische Geruchs- und Geschmacksstoffe bei der sensorischen Prüfung von Lebensmitteln.
Hervorgerufen werden Off-Flavours durch unerwünschte, minderwertige Aromastoffe. Ursachen sind faules Obst und  Krankheiten der Maische , durch zu lange Lagerzeiten oder Brennfehler (z. B. ungenügendes Abtrennen von Vor - und Nachlauf , anbrennen der Maische , ungenügende Reinigung der Destillen ) verursacht werden.




  P


  Pektin
Zuckerähnliche fruchteigene Verbindung, die die Maische gelieren läßt und die Gärung stört. P. ist in der Regel mit Methylgruppen verbunden, die beim Abbau von P. als Methanol freigesetzt werden.

Frucht
Pektinanteil in %
Apfel
1 - 1,5
Apfelsine
0,5 - 3,5
Aprikose
1
Kirschen
0,4
Pflaumen
1
[http://www.wikipedia.de ]    
Brombeeren und Himbeeren sind ärmer an Pektin. Sehr wenig Pektin enthalten Erdbeeren.


Perlwein
siehe auch Sekt  

Pfanne
Als Pfanne bezeichnet man in der Brauereitechnologie ein beheizbares Gefäß.
In der Pfanne wird eingemaischt und die Würze gekocht. Entsprechend kann daher auch von Maischpfanne oder Würzekocher gesprochen werden.

Plato
hat Tabellen für den Alkoholgehalt nach amtlichen Tabellen für Vol-% ( Tralles ) und Gew.-% ( Richter ) zusammengefasst..

Pressen
Verfahrensschritt bei der Fruchtverarbeitung. Unter Druck werden die Früchte entsaftet. Der feste Filterkuchen wird Trester genannt und ist in der Landwirtschaft ein begehrtes Futtermittel.

Primäraroma
Primäraromen sind die ursprünglichen Aromen der Früchte. Sie befinden sich in den unverletzten Pflanzenteilen.

Primasprit
Hoch gereinigter Ethanol . Wird durch mehrmaliges Brennen mit Verstärkereinrichtungen und z.T. auch durch den Einsatz von Aktivkohle hergestellt und gereinigt. Der Alkoholgehalt beträgt 96% (azeotropes Gemisch ).







Q


Qualitätsbrand
siehe Edelbrand




R


Raubrand
auch Rohbrand oder Lutter .
Erster Brand , der direkt aus der Maische abdestilliert wird. Er wird im Gegensatz zum Feinbrand noch nicht in Vor -, Mittel - und Nachlauf getrennt. Er besitzt eine Stärke von 20 - 30 Vol-% und enthält noch alle erwünschten und unerwünschten Bestandteile.

low wine
backing
Reifen
auch Alterung
Der Feinbrand benötigt noch ein paar Wochen Zeit, bis er das volle Aroma entwickelt. Wärend dieser Zeit laufen Oxidationsprozesse und andere chemische Reaktionen ab, die negative Geschmackstoffe binden und charakteristische Lageraromen aufbauen. Während des Reifens sollte der Feinbrand warm (Zimmertemperatur) und luftig, aber lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Reinzuchthefe
Speziell gezüchtete Hefe -Sorten, die eine optimale Gärung garantieren.
Ihr Vorteil liegt darin, dass sie speziell für eine schnelle Gärung gezüchtet sind und andere Mikroorganismen durch den schnell erreichten Alkoholgehalt von > 4% verdrängen. Fehlgärungen werden dadurch minimiert.

Rentnerwein
Wein mit einem Säure gehalt unter 9g/l. Soll dadurch magen- und damit rentnerfreundlich sein.

Richter
hat Tabellen für den Alkoholgehalt in Gewichtsprozent-% berechnet.

Rohbrand
siehe Raubrand bzw. Lutter
low wine
Rohrkühler
siehe Kühler
Der Rohrkühler kann nur ein, aber auch mehrere parallele geschaltete Kondensationsrohre besitzen. Bei nur einem Rohr spricht man auch vom Mantelkühler .
condenser core
Rosenhut
primitive luftgekühlte Variante eines Kühlers
R. ist volkstümliche Bezeichnung eines glockenförmigen oder kegelförmigen Aufsatzes auf der Brennblase , in dem der Alkohol direkt kondensierte. Durch die fehlende intensive Wasserkühlung dürfte die Ausbeute nur gering gewesen sein.

Rohstoffe
Sammelbezeichnung für alle vergärbaren Früchte und Kräuter.
Im Sinne des Gesetzgebers sind mit R. alle einheimischen Früchte und Kräuter gemeint. Andere nicht einheimische Früchte, wie z.B. Bananen oder Apfelsinen, sind nicht einheimisch und dürfen nicht in Abfindungsbrennereien verarbeitet werden. Auch Zucker gilt nicht als Rohstoff.
raw material
Rückflussdestille
Eine R. ist eine Destille , bei der das Steigrohr als Rückflusskühler konstruiert ist. Hier kondensieren schon die höher siedenden Teile des Dampfgemisches und tropfen in die Brennblase zurück, was eine bessere und schärfere Trennung der einzelen Komponenten ermöglicht. Der Rückflusskühler ist somit auch ein Verstärker .
In Verschlussbrennereien dar der Rücklauf nicht behindert oder getrennt aufgefangen werden.
reflux still



  S


  Säure
S. ist ein Sammelbegriff für chemische Verbindungen, die in wässeriger Lösung Wasserstoffionen freisetzen können. Es gibt organische und anorganische, flüchtige und nichtflüchtige Säuren, die bei der Wein herstellung und Destillation eine sehr große Rolle spielen.
S. konservieren z.B. den Wein und die Maische (z.B. Schwefeln ) oder tragen zum sortentypischen Aroma eines Destillates durch die Bildung von Estern bei.
Ein interessanter Verfahrensschritt kommt bei der Whiskey-Herstellung zur Anwendung. Hier wird ein Teil der sauren Schlempe , der sogenannte backset, der süßen Maische zur Einstellung des richtigen pH-Wertes zugesetzt. Auch bei der Rum-Produktion wird die Schlempe der Melasse zugesetzt.
acid
Schaumbildung
Häufiges Problem beim Brennen von Maische . Durch die Schaumbildung kann die Maische durch das Steigrohr in den Kühler und das fertige Destillat gedrückt werden. Der Kühler ist dann nur unter Aufwand zu reinigen und das Destillat muss noch einmal destilliert werden, um Trubstoffe und andere unerwünschte Verunreinigungen zu beseitigen.
Der Schaum ist auf Proteine etc. zurückzuführen. Die Schaumbildung kann durch im Fachhandel erhältliche spezielle, auf Silikonöl basierende Zusätze verringert werden (Antischaum).
In der traditionellen Whiskybrennerei wird auch manchmal (und dann aber nicht offiziell) Seife zugegeben. Der Effekt ist bei der Seife wahrscheinlich darauf zurüch zu führen, dass die recht saure Maische / Schlempe die verseiften Fettsäuren als Öl freisetzt und diese wie beim Silikonölzusatz das Schäumen vermindern.

Schaumwein
Siehe auch Sekt  

Schlangenkühler
Kühler , bei dem das Kondensationsrohr spiralförmig gewendelt ist. Im Vergleich zum Rohrkühler kann der S. bei gleicher Leistung kompakter gebaut werden; ist aber wesentlich schwerer zu reinigen.
In älteren Destillen befindet sich die Kühlerschlange in einem Fass oder Bottich ohne Wasserzulauf oder nur schwer kontrollierbarem Überlauf.
Schlangenkühler können als Anachronismus betrachtet werden.
worm
tubing coil
Schlempe
Abdestillierte Maische ; Rückstand in der Brennblase nach dem Abbrand . Wird häufig als Viehfutter verwendet.
Bei der technischen Destillation von anderen Stoffen wird auch von Sumpf gesprochen.
Bei der Whiskeyherstellung wird ein Teil der Schlempe, der sogenannte backset, der süßen Maische zugesetzt um den pH-Wert (Säuregehalt) auf ca. 5,4 - 5,8 einzustellen.
pot ale
burnt ale
spent wash
Schwarzbrennen
Bezeichnung für illegale Alkoholgewinnung durch nicht genehmigtes Destillieren vergorener Stoffe.
Im anglo-amerikanischen auch Moonshining genannt.
moonshining



  Schwefel
Element, das in vielen organischen Substanzen vorkommt. Bei der Weinherstellung und Destillation spielt S. eine nicht unerhebliche Rolle bei der Ansäuerung, Konservierung und Desinfektion. Schwefelverbindungen zeichnen sich oft durch ihren beißenden und äußerst unangenehmen Geruch aus.
sulfur

  Schwefeln
S. ist eine Möglichkeit, Weine und Fässer und Wein zu konservieren. Dazu wird Schwefel zu SO2 verbrannt, das mit Wasser zu schwefeliger Säure reagiert und keimabtötend wirkt. Alternativ kann auch Kaliumsulfit, ein Salz der schwefeligen Säure , verwendet werden.
sulfurise
Schwefelverbindungen
Verbindungen, die als Bestandteil Schwefel aufweisen. S. zeichnen sich in der Regel durch unangenehmen bis stechenden Geruch bzw. Geschmack aus.
Mercaptan , Schwefelwasserstoff u.a.


  Schwefelwasserstoff



Schwefelverbindung
S. (H2S) ist ein nach faulen Eiern riechendes, giftiges Gas, das bei Fäulnis und anderen Abbauprozessen organischer Materie freigesetzt wird. S. soll in Kupferdestillen durch die Bildung von CuS gebunden werden, was sich positiv auf das Aroma des Destillates auswirkt.
hydrogen sulfide






Sekt
Schaumwein , Perlwein  
Moussierender, kohlensäurehaltiger und unter Druck stehender (4 - 6 Bar) Wein , der sich durch prickelnde Frische auszeichnet. Wird durch Nach gärung in der Flasche (Champagnermethode) oder Druckgärung im Tank, bei billigen Sorten auch durch CO2-Zugabe unter Druck erzeugt. Flaschengärung gilt als die edelste Variante.
Der hohe CO2-Druck verhindert eine Weitergärung durch Inaktivierung der Hefen.


Sekundäraromen
Die Sekundäraromen sind nicht wie die Primäraromen Bestandteile der unverletzten Frucht. Sie entstehen durch chemische und enzymatische Prozesse, die durch die Verarbeitung, wie Einmaischen , Mahlen und Pressen, in Gang gesetzt werden.

Senkwaage
Aräometer

Siedepunkt
Die Temperatur, bei der der Dampfdruck eines Stoffes den Wert des Umgebungsdruckes erreicht. Ab dieser Temperatur fängt die Flüssigkeit an zu kochen.

Siedepunkte einiger (Neben-) Produkte der Gärung :

Stoff
Siedepunkt
(in °C bei 1013 mBar)
Ethanal
20,4
Acrolein
56,84
Methanol
64,7
azeotropes Wasser-Ethanol-Gemisch
78,15
Ethanol
78,4
2-Propanol
82,4
1-Propanol
97,2
3-Methyl-1-Butanol 99,5
Wasser
100

Die unterschiedlichen Siedepunkte werden bei der Destillation zur Trennung von Stoffgemischen genutzt.

boiling point
Spirituosen
leiten sich von Spiritus ab. Sammelbegriff für alle geistigen Getränke, die durch Destillation  bzw. unter Verwendung von Destillaten gewonnen wurden. Lt. Gesetz müssen Spirituosen einen Mindestalkoholgehalt von 15 Vol-% aufweisen.

Typische Spirituosen und ihre Rohstoffe:

Spirituose
Rohstoff
Armagnac
Weinbrand aus Frankreich, Gebiet Armagnac
Calvados
Apfelbranntwein aus Frankreich, Gebiet Calvados
Cognac
Weinbrand aus Frankreich, Gebiet Cognac, doppelte Destillation
Enzian
Branntwein aus (vergorenen) Enzianwurzeln
Grappa
Tresterbranntwein aus Rückständen der Weinherstellung, Italien
Kirsch-/
Zwetschgenwasser
Obstbranntwein aus vergorenen Kirschen bzw. Zwetschgen
Marc
Tresterbranntwein aus Rückständen der Weinherstellung, Frankreich
Obstler
Branntwein aus Äpfeln und/oder Birnen in verschiedener Zusammensetzung, in Österreich mind. zwei verschiedene Fruchtsorten
Tequila
Branntwein aus einer bestimmten Agavenart
Tresterbranntwein
Branntwein aus Rückständen der Weinherstellung
Rum
Branntwein aus Zuckerrohr
Whiskey
Branntwein aus Gerste, Roggen, Hafer und Mais, USA
Whisky
Branntwein aus Gerste,
irisch, schottisch
Williams
Branntwein aus Williams-Christ-Birnen
Wodka
Branntwein aus Korn-/Kartoffeldestillat, zum Teil aber auch Roggen und andere Stärkelieferanten.
Billige Wodkasorten bestehen manchmal aber auch nur aus auf trinkstärke verdünnten Primasprit.



Spiritus
lat. Geist
Lt. mittelalterlicher Definition ist der Geist unsichtbar. Die Flüchtigkeit des Alkohols verlieh ihm deshalb diese Bezeichnung, bevor er von Paracelsus nach dem arabischen "al ku hul" benannt wurde.
Bei der Destillation wurde der Spiritus (Geist) des Weines ausgetrieben und aufgefangen.

  Stärke


S. ist ein Polysaccharid, d.h. ein Mehrfach zucker . S. ist nicht direkt vergärbar , daher muss sie vorher enzymatisch mit Amylasen oder durch Dämpfen in niederkettige Zucker, wie Maltose oder Traubenzucker umgewandelt weden.

Steigrohr
Ansteigendes Überleitrohr von der Brennblase bzw. dem Verstärker oder Helm zum Kühler . Der abfallende Teil ist das Geistrohr .










T


Tralles
hat Tabellen für den Alkoholgehalt in Volumen-% berechnet.

Tellerkühler
Kühler , bei dem der Dampf durch tellerartige Gebilde an die Wand des Kondensationsrohres geleitet wird und dort kondensiert . Kompakter, aber auch aufwändiger als der einfache Rohrkühler .

Temperaturführung
Die T. ist bei der Destillation eigentlich nicht direkt möglich. Es sollte besser von einer Leistungsregelung gesprochen werden, da die Temperatur abhängig vom Verhältnis Alkohol zu Wasser ist (siehe auch Siedekurven). Die Geschwindigkeit der Destillation und die Temperatur hängt daher von der zugeführten Leistung ab.
Grundsätzlich gilt: Je besser das Ergebnis sein soll, um so schwächer sollte beheizt werden. Ideal ist es, wenn das Brenngut  eben nur kocht.

Tischwein
Normal ausgegorener und eher herb-trockener Wein , Obstwein oder Fruchtwein mit max. 11%.

Toasting
Beim Toasting werden Holzfässer innen ausgebrannt.
Beim Ausbrennen verkohlt die Oberfläche etwas und es bilden sich karamell- und vanilleartige Zersetzungsprodukte und andere Röstaromen. Die Färbung des Destillates wird durch zuckerkulörartige Farbstoffe verstärkt. Die verkohlte Oberfläche soll eine leichte Filterfunktion besitzen.
Es werden drei Stufen in Light, Medium und Heavy unterschieden, die von leichtem, zartem Vanille- und Holzaroma bis schwer angebrannt gehen.

Traubenzucker
Der vergärbare Zucker schlechthin.

Treber
Unlösliche Rückstände beim Verarbeiten von Getreide in der Brau- und Brenntechnik. Entspricht hier ungefähr dem Trester bei der Verarbeitung von Früchten.
(draff in der Whiskyproduktion)
Trester
Reststoff, der beim Maischen  und Pressen von Früchten übrig bleibt und aus den festen Bestandteilen der Frucht besteht. Regional kann auch die Bezeichnung Lauer verwendet werden; im Brauwesen wird der analoge Rückstand Treber genannt.
Tresterbrände wie Grappa weisen aufgrund des Gehaltes holziger und anderer nicht wasserlöslicher Bestandteile in der Regel sehr hohe Methanol gehalte von bist zu 3% auf.

Je nach Verfahren, Zucker - und Alkoholgehalt wird der Trester als naturrein, halbvergoren oder durchgegoren bezeichnet.
Der naturreine Trester wird direkt nach dem Einmaischen durch Abpressen gewonnen. Dieser besitzt einen relativ hohen Zucker gehalt; Alkohol ist jedoch noch nicht vorhanden, da noch keine Gärung statt gefunden hat.  In der Regel verfährt man so bei der Produktion von Weißwein , der möglichst wenige Farbstoffe aufnehmen soll. Damit er Alkohol entwickelt, muss daher die alkoholische Gärung eingeleitet werden. Nachteilig ist hier die geringe Durchmischung und der niedrige Alkoholgehalt , die schnell zu einer Fehlgärung und damit zu Brennfehlern führen.
Beim durchgegorenen Trester werden die festen Bestandteile vor der Abtrennung des Weines mit vergoren. Üblich ist dieses bei Rotwein, da so die Frucht aufgeschlossen wird und die Farbstoffe die Gelegenheit bekommen, in den Wein überzutreten. Dieser Trester ist aufgrund des höheren Alkoholgehaltes lagerfähig und nicht sehr anfällig.

Halbvergorene Trester bleiben bei der Rose-Wein -Herstellung übrig und bilden ein Mittelding zwischen naturreinen und vergorenen Trestern.


Thujon
wirksamer Bestandteil von Wermutöl. T. ist ein Neurotoxin, das das Nervensysten und die Nieren schädigt. Absinth soll seine Wirkung durch T. erhalten.




U





V


Verkosten


Während der Destillation regelmäßig erfolgende Geschmacksprobe, mit der man die Trennung in Vor -, Mittel - und Nachlauf bestimmt. Dazu sollte man die Probe mit der gleichen Menge Wasser vermischen, um den Alkoholgehalt zu erniedrigen, da dieser die Geschmacksnerven betäubt.
tasting
Verschneiden



Beim V. setzt man durch zugabe von geschmacksneutralem Wasser den Alkoholgehalt des Feinbrandes auf Trinkstärke (ca. 40%) herunter. Vorsicht, es kann zu leichten Eintrübungen kommen, die von ätherischen Ölen, aber auch von nicht löslichen Salzen hervorgerufen werden.
blend



Verstärker


Als Versträrker kann man alle Vorrichtung hinter der Brennblase bezeichnen, die eine Erhöhung der Alkoholkonzentration im Dampf ermöglicht. Dadurch wird bei der Destillation eine stärkere Trennung von Wasser, Fuselölen und Alkohol erreicht. Helm , Glocke



Vorlage
Auffanggefäß
Bei einer Destille wird häufig eine spezielle Rohrkonstruktion verwendet, in der sich ein Aräometer befindet, das eine permanente Kontrolle des Alkoholgehaltes des austretenden Destillates und damit die Bestimmung der Umschaltpunkte Vorlauf / Mittellauf und Mittelleauf / Nachlauf ermöglicht.

Vorlauf



erste Stufe des Feinbrandes .
Der Raubrand wird hierzu vorsichtig erhitzt, um die leichtflüchtigen und aromaschädigenden Aldehyde und Ester abzutrennen. Im Vorlauf reichert sich auch ein großer Teil des Methanols an.


foreshots
heads




W


Wasserdampfdestillation
Bei der W. wird das Brenngut nicht direkt beheizt. Ethanol und ätherische Öle werden bei der W. von einem Dampfstrom "mitgeschgleppt". Es ist eine besonders schonende Art der Destillation, da es nicht zum Anbrennen kommen kann. Die W. ist vor allem bei wasserunlöslichen Aromen mit Siedepunkten > 100°C besonders effektiv.
Die W. wird vor allem bei der Gewinnung ätherischer Öle und in der Grappaherstellung verwendet.

Wein

W. ist im engeren Sinne das aus Trauben durch Gärung gewonnene alkoholhaltige Getränk.
Ferner ist W. eine Sammelbezeichnung für vergorene Fruchtsäfte, die aber mit dem jeweiligen Vorsatz Obst- bzw. Fruchtwein gekennzeichnet sein müssen.
Siehe auch Dessertwein , Diabetikerwein , Fruchtwein , Obstwein , Perlwein , Rentnerwein , Schaumwein , Sekt und Tischwein .
wine
Weinbrand
Sammelbegriff für Destillate aus Wein mit mind. 32 Raumhundertteile Alkohol .
Häufig versteht man unter W. in Eichenfässern gelagerte Brände (z.B. Cognac).
brandy
Weingeist
auch Spiritus , Branntwein , Ethanol und Alkoho l
I.d.R. wird das hochprozentige Destillat mit W. bezeichnet.
spirit
Widerstand
Siehe auch Dampfwiderstand  




X





Y








  Z


  Zucker

Sammelbegriff für organische Substanzen, die den Lebewesen als Energiespeicher und Energielieferant dienen.
sugar
Zuckercoleur
(Zuckerkulör)
Zuckercoleur (Zuckerkulör) ist ein geschmacksneutraler Farbstoff, der eine Mischung verschiedener bräunlicher Stoffe ist, die beim Erhitzen von stärke - oder zucker haltigen Materialien entstehen (Bräunung von Backwaren). Bei der Herstellung von Zuckerkulör werden diese Bräunungsreaktionen unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt.
Zuckercoleur ist allgemein als brauner Farbstoff für Lebensmittel zugelassen.

Handelstypen:

einfaches Zuckerkuleur (E 150a)
Sulfitlaugen-Zuckerkuleur (E 150 b)
Ammoniak-Zuckerkuleur (E 150 c)
Ammonsulfit-Zuckerkuleur (E 150 d)

Wird z.B., was einige für einen Frevel halten, zur Vereinheitlichung der Farbgebung von Whiskys verwendet, obwohl die Brennereien das i.d.R. früher abgestritten haben. Nach einer EU-Richtlinie sind die Hersteller jedoch verpflichtet, Inhaltsstoffe anzugeben und siehe da, auf den meisten Flaschen tauchte plötzlich dieser Farbstoff auf.
Auch Rum und Liköre werden i.d.R. mit Zuckercoleur versetzt.











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Aktualisiert am 01.08.2008

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